Das gezielte Flussangeln auf Rapfen, zählt für mich zu einer der spannendsten Angeleien überhaupt! Die brachialen Bisse und die unglaublich ausdauernde Kampfkraft, die die Silberpfeile in der Strömung an den Tag legen können ist es, was mich immer wieder aufs Neue fasziniert. Schon beim Betrachten des typischen, torpedoförmigen Körperbaus der Rapfen, leuchtet einem sofort ein, dass es sich hier um einen Räuber handelt, der stark strömende Gewässer bevorzugt. Vereinzelt, finden natürlich auch, und besonders die kapitalen Rapfen, im Stillwasser ihren Lebensraum. Im Gegensatz zu den Stillgewässern, ist der Bestand an Rapfen in Fließgewässern jedoch in der Regel sehr viel besser. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Silberpfeile im Fluss deutlich einfacher zu überlisten sind, als in einem See. Als ich vor nicht allzu langer Zeit versuchte, den Rapfen in einem großen See nachzustellen, konnte ich einen Trupp von mehreren Silbertorpedos ausmachen. Mehrmals, zog ich meine Köder durch das Rapfen – Rudel, konnte jedoch nicht eine Attacke auf meine Rapfenverführer verzeichnen. Meiner Ansicht nach, liegt das eher vorsichtigere Beißen der Räuber, an der nicht vorhandenen Strömung, wodurch die Rapfen unsere Köder deutlich besser begutachten können.

 

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Hot Spots im Strom

Da Rapfen Vagabunden sind und somit viel im Gewässer umherziehen, heißt Rapfenangeln zugleich Rapfen suchen. Bekomme ich an einem Spot nach zehn Minuten keinen Biss, wechsel ich die Stelle um die Rapfen schneller lokalisieren zu können.  Als absolute  Fluss – Hot Spots, zählen Strömungsveränderungen jeder Art. Demnach sind Stellen wie beispielsweise große Brückenpfeiler, Wehranlagen, oder der Bereich hinter großen Fahrbahnmarkierungstonnen sehr zu empfehlen. Auch so genannte Strömungskanten, also dort wo ruhiges Wasser, an stark strömendes Wasser angrenzt, haben sich als absolut fängige Spots herausgestellt. Plätze die derartige Eigenschaften besitzen, sind beispielsweise Hafeneinfahrten oder die Gleithänge der Buhnenköpfe. Auch dort, wo Sie Futterfische in Form von Lauben oder Stinten ausmachen konnten, ist ein Versuch auf die Jäger der Flüsse lohnenswert. Generell gilt es, bei der Suche nach Rapfen, Augen und Ohren offen zu halten. Besonders in der heißen Zeit des Jahres, verraten sich die Rapfen nämlich durch ihre wilden Raubzüge direkt an der Oberfläche.

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Schnell sein

Bei der Köderführung gilt es, auch in stärkster Strömung, mit seinen Ködern Tempo zu machen. Rapfen reagieren sehr gut auf Köder, die mit einer sehr hohen kurbelfrequenz eingeholt werden. Langsam geführte Köder lassen die Rapfen meist links liegen und zeigen kein Interesse daran sie zu attackieren. Bei der Köderwahl, sollten Sie sich zunächst an das Fressverhalten und dem Beuteschema der Rapfen orientieren. Besonders Lauben und Stinte stehen ganz weit oben auf dem Speiseplan der Silbertorpedos. Demnach sind Köder, die eine schlanke Körpersiluette besitzen, besonders vorzuziehen. Das Oberständige Maul der Rapfen verrät zudem, dass die Silbertorpedos bevorzugt direkt unter, beziehungsweise sogar an der Oberfläche Beute machen. Deshalb knüpfe ich hauptsächlich flachlaufende Wobbler an meine Angelschnur. Die meisten Wobbler, die sich in meiner Köderkiste befinden, besitzen eine Länge von ca. 8 – 10 cm. Achten Sie bitte darauf, dass die verwendeten Wobbler eine schnelle Führung vertragen und nicht seitlich ausbrechen. Die Farbe, sollte man je nach Gegebenheit auswählen. Das Wasser der Flüsse ist meist recht trüb und somit sind Köder in helleren Dekors vorzuziehen. In klaren Strömen, sind Weißfischdekors der absolute Hit!

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Starkes Gerät für Starke Fische

Rapfen gehen in der Strömung ab wie die Feuerwehr! Man hat es mit sehr kampfstarken Fischen in harter Strömung zu tun. Dementsprechend, sollte man sich mit seinem Gerät auf solch Situationen einstellen. Persönlich, verwende ich eine 2.70 Meter lange Spinnrute mit einem Wurfgewicht zwischen 15 – 40 Gramm. Man sollte bei der Rute darauf achten, dass man keine zu harte und schwere Rute wählt. Eine Rute mit einer harten Spitzenaktion, kann den brachialen Biss eines Rapfens nicht ab puffern und somit steigt die Gefahr, dass der Fisch, bedingt durch seine weichen Maulwinkel, ausschlitzen kann. Eine Gerte mit einer Semiparabolischen Biegungskurve, ist meiner Meinung nach optimal geeignet, um Bisse abzupuffern und immer noch Herr der Lage im Drill sein zu können. Als Schnur, sollten Sie eine mindestens 0.16mm starke Geflechtschnur wählen. Ich persönlich verwende eine Geflochtene mit einem Durchmesser von 0.18mm. die Wahl der Rolle, ist meiner Meinung nach zum größten Teil Geschmackssache. Wichtig ist allerdings zu betonen, dass die zu verwendende Rolle eine ruckfreie und gut arbeitende bremse besitzt. Und um noch ein Wort an die optimale Bremseinstellung zu verlieren: Die Rollenbremse, muss vom ersten Moment an richtig eingestellt sein, sonst kann der Biss eines Rapfen nicht der Anfang, sondern schon das Ende des Drills bedeuten. Der Rapfen sollte schon beim Anbiss Schnur von der Rolle ziehen können. Ist die Bremse zu hart eingestellt, ist die Gefahr groß, dass Sie entweder Schnurbruch erleiden, oder der Fisch ausschlitzt. Als Vorfach, verwende ich in der Regel Flourocarbon in einer Stärke von 0.35mm. Da Rapfen ein sehr gutes Augenlicht besitzen  ist die Scheuchwirkung durch ein Flourocarbonvorfach deutlich reduziert. Zugleich bietet es eine hohe Abriebfestigkeit, die im Fluss häufig von Nöten ist.

 

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Verlustquote reduzieren!

Rapfenangeln, bedeutet leider auch, den einen oder anderen Fisch zu verlieren. Das gilt besonders für die Flussangelei auf die Torpedos, denn den Fischen fällt es schwer, den Köder in der starken Strömung der Flüsse mit ihren vehementen und schnellen Anbissen zu treffen. Deshalb ist auch hin und wieder der eine oder andere Rapfen nur von außen gehakt. Um hier die Verlustquote zu minimieren, statte ich meine Wobbler, die nur mit minderwertigen Drillingen  ausgestattet sind, generell durch hochwertigere, blitzscharfe Modelle aus. Zudem, rüste ich meine Kunstköder anstatt nur mit einem Drilling am Sprengring, mit zwei Sprengringen aus. Somit kann sich der Rapfen, sobald er am Haken hängt, deutlich mehr drehen, bis er sich gegen die Masse verkanten kann. Demnach ist die Verlustquote an Rapfen meines Erachtens nach deutlich reduziert. Ich wünsche viele spannende und nervenaufreibende Drills mit dem König der Flüsse, dem Rapfen.

 

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