Vorwort

Egal ob auf Salmoniden, Barsch, Zander oder Hecht das Spinnfischen stellt eine der erfolgreichsten Angelmethoden auf diese Raubfische dar. Der Vorteil gegen andere Methoden liegt auch darin das man den Fisch aktiv sucht und so große Gewässerbereiche abfischen kann. Auch die Vielzahl der einsetzbaren Köder stellt einen gewissen Reiz dieser Angelart dar, auch und vielleicht gerade deswegen ist mittlerweile das Spinnfischen eine der beliebtesten Angelmethoden überhaupt. Und diese wollen wir Euch hier mal ein wenig genauer vorstellen.

Die Fischarten

Die Regenbogenforelle

Ursprünglich wurde die Regenbogenforelle (Lateinisch Oncorhynchus mykiss) ende des 19. Jahrhunderts aus Nordamerika bei uns eingeführt. Da sie sich bei uns sehr selten selbst vermehren handelt es sich fast ausschließlich um Besatzfische und sind somit in vielen Gewässern vorhanden. Der Vorteil der Regenbogenforellen gegenüber der einheimischen Salmoniden ist die höhere Verträglichkeit von höheren Wassertemperaturen.

Merkmale und Größe:

Die Regenbogenforelle hat einen olivgrünen bis schwarzen Rücken und silberne Seiten mit einem breitem rötlichen Längsstreifen der in der Farbintensivität aber stark schwanken kann. Der Körper und Flossen sind mit zahlreichen schwarzen Flecken verziert. Für Salmoniden typisch besitzt auch die Regenbogenforelle zwischen der Rücken- und Schwanzflosse eine kleine Flosse, die sogenannte Fettflosse. Die Regenbogenforellen können bis gut 80cm lang werden und Gewichte von rund 10 Kilo erreichen.

Bild der Regenbogenforelle:

Die Bachforelle

Gegenüber der Regenbogenforelle ist die Bachforelle (Lateinisch Salmo trutta forma fario) ein einheimische Fischart. Sie benötigt aber einen deutlich höheren Sauerstoffanteil und stellt auch sonst noch höhere Ansprüche an das Gewässer. Die Bachforelle bevorzugt klare und kalte Bäche und Flüsse, kann aber auch durchaus mal in einen See heimisch werden wenn Ihr die Lebensumgebung zusagt. Die Bach- ist gegenüber der Regenbogenforelle aber ein Standorttreuer Fisch.

Bachforelle

Merkmale und Größe:

Der Körper ist Forellentypisch torpedoförmig und seitlich etwas abgeflacht. Die Körperfarbe wechselt sehr stark, durch die verschiedenen Unterstände, meist ist aber der Rücken grün bis dunkelbraun die Seiten sind gelblich und der Bauch heller gefärbt zudem sind sie mit schwarzen und roten Punkten versehen die meist weiß umrandet sind.

Die Größe und Gewicht schwankt sehr stark durch das vorhandene Nahrungsaufkommen. Von 20cm in einem nahrungsarmen Gebirgsbach ( hier spricht man von sogenannten Steinforellen) bis zu knapp einem Meter und Gewichten deutlich über 10 Kilo in nahrungsreichen Flüssen und Seen.

Die Seeforelle

Die größte der einheimischen Forellen ist die Seeforelle (Lateinisch Salmo trutta lacustris). Ihr Vorkommen ist längst nicht mehr nur auf die Alpenregion beschränkt. Viele deutsche Talsperren besitzen mittlerweile einen guten Bestand. Sie benötigt allerdings gute Wasserqualität und ein hohes Sauerstoffaufkommen. Da die Seeforelle im Jugendstadium der Bachforelle sehr ähnlich ist, ist es besser, wenn man sich nicht Hundertprozentig sicher ist, den Fisch zurückzusetzen. Ab einer Größe von ca. 35cm fehlen dann der Seeforelle rötliche Tupfen auf den Seiten, womit man dann diese Fische sicher unterscheiden kann.

Merkmale und Größe:

Der Rücken ist meist grau bis schwarz und die Flanken silbern. Der Körper der Seeforelle ist mit schwarzen Punkten, die oft x-förmig ausfallen sehr markant. Die Seeforelle erreicht Größen über einen Meter und kann Gewichte von über 15 Kilo erreichen.

Bild der Seeforelle

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Saibling

Unter der Bezeichnung „Saibling“ findet sich eine ganze Gruppe von Arten, Spielformen und teilweise sehr geringen, endemischen Beständen. Hierbei muss man aber ganz klar unterscheiden, ob es sich nun um den europäischen Saibling handelt, oder den ursprünglich hier nicht heimischen Bachsaibling. Dieser wurde um 1880 im Zuge der Ansiedelung der Regenbogenforelle aus Nordamerika hier eingeführt. In seiner eigentlichen Heimat besetzt der Bachsaibling die Position, die in Europa von der Bachforelle eingenommen wird. Durch züchterische Bemühungen entstanden aus ihm neue Formen, wie z.B. der Elsässersaibling, oder der relativ seltene Groß-Röding. Diesen Zuchtformen ist Frohwüchsigkeit und eine größere Resistenz gegenüber Sauerstoffmangel und höhere Temperaturen zu Eigen. Wie alle Salmoniden, besitzt der Saibling eine Fettflosse und einen torpedoförmigen Körper.

Merkmale und Größe:

Seesaibling:

Der Seesaibling ist ein lang gestreckter Fisch mit relativ großem Kopf, tiefer Maulspalte, forellenartig und mit typisch sehr kleinen Schuppen. Auffälligstes Merkmal ist der weiße Saum der rötlich gefärbten Brust-, Bauch- und Afterflossen.Die Färbung variiert sehr stark nach Herkunft und Jahreszeit. Die Grundfärbung ist am Rücken dunkelgrau bis schwarz. Die Flanken heller bis glänzend und mit diffusen hellen Flecken. Der Bauch silbern bis leicht rötlich.

Zwergwüchsige Kümmerformen der Tiefen (z.B. der Schwarzreuther des Königsees) sind meist eintönig fahlbraun gezeichnet.

Milchner nehmen in der Laichzeit eine sehr auffällige Zeichnung mit roter bis orangeroter Unterseite an.

Seesaibling

Bachsaibling:

Der Rücken und die Seiten sind olivgrün marmoriert und mit gelblichen Punkten versehen. Die meist orangen Brust-, Bauch- und Afterflossen sind mit einem weiß-schwarzen Streifen versehen, beim Seesaibling fehlt der schwarze Streifen.

Bachsaibling

Elsässer Saibling

Ähnlich dem Bachsaibling, jedoch fehlt auch hier, der für den Bachsaibling typischen, schwarze Streifen.

Elsässer Saiblinge

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Die passenden Ruten und Rollen

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Für Forellen:

Hierbei ist an erster Stelle wichtig, an was für einem Gewässer man den Salmoniden nachstellen will. Dementsprechend muß man seine Rute wählen.

Für kleinste und kleine Bäche sowie stark verwachsene Gewässer sollte man auf eine Ultraleicht Spinnrute zurückgreifen. Denn hier wird meist nur der Pendelwurf angewandt und mit kleinen Spinnködern geangelt. Die Rutenlänge ist hier mit 180cm völlig ausreichend. Der Vorteil ist das man im Uferbewuchs nicht so leicht hängen bleibt und auch besser zwischen eventuellen Baumästen besser werfen kann. Das Wurfgewicht der Rute ist hier, da man eh mit kleinen Spinnköder angelt mit 1 – 7 Gramm völlig ausreichend.

Hier ein typisches Gewässerbild von dem beschrieben kleinen und verwachsenen Kleingewässern:

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Für größere Bäche und kleine Flüsse, wo überwiegend der Überkopfwurf angewandt wird und Wurfweiten um die 20 Meter vorkommen, sollte man auf etwas stärkere Ruten mit Längen zwischen 210 bis 240cm den Vorzug geben. Das Wurfgewicht ist idealerweise zwischen 5 und 15 Gramm den Umständen angepasst. Die Längere Rutenwahl darum, weil meist das Ufer freier zugänglich ist und weiter geworfen wird um an die Hot Spots der Salmoniden zu gelangen.

Auch hier noch ein passendes Gewässerfoto

Der dritte und letzte Gewässertyp für eine andere Rutenwahl sind Flüsse uns Seen. Da hier oft Weitwürfe zu vollbringen sind, braucht man Ruten die mindestens 270cm oder noch ein wenig länger sind. Da hier auch teilweise mit schwereren Ködern geangelt wird um auf die entsprechende Weite und/oder Tiefe zu gelangen sollte das ideale Wurfgewicht für die Rute zwischen 10 und 30 Gramm liegen.

Da zwar sicherlich alle wissen wie ein See oder Fluß aussieht, dennoch ein Bild:

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Auf was bei allen Ruten jedoch geachtet werden sollte ist, das diese nicht zu hart sind und so die Sprünge die die Salmoniden gerne oft verbringen locker abfedert. Sonst könnte es leicht passieren das sich die Forelle im Sprung von unserem Köder verabschiedet.

Rollen

Hier kommen ausschließlich kleinere Modelle von Stationärrollen zum Einsatz. Ein Fassungsvermögen von 150 Meter ist für alle Gewässer völlig ausreichend. Der wichtigste Aspekt der an die Rolle gestellt werden sollte, ist das die Rolle über eine fein Einstellbare Bremse verfügt die rucklos arbeitet. Ob Front- oder Heckbremse ist Geschmacks- und Gewöhnungssache, Frontbremsen sind aber meist feiner Einstellbar. Die Übersetzung der Rolle sollte sich bei etwa 1:5 bewegen.

Schnur

Im Raubfischbereich wird mittlerweile sehr viel mit geflochtenen Schnüren geangelt, jedoch beim Salmonidenspinnfischen das sehr häufig in sehr klaren Gewässern ausgeübt wird, ist eine gute Monofile Schur eindeutig vorzuziehen. Man bekommt besonders in stark beangelten Gewässern deutlich mehr Bisse, als bei der für die Fische besser sichtbare Geflochtene. Da auch nicht so viel Schnur zwischen Köder und Angler ist kommt auch bei der Monoschnur der Anhieb normalerweise sehr sicher bis zum Fisch durch.

Mit zu den besten Monoschnüren gehört die Stroft, die sich für das Spinnfischen mit Ihren Eigenschaften sehr gut eignet.

Köder und Köderführung

Eine prall gefüllte Köderbox mit guten Ködern:

Köder für´s Forellenspinnfischen gibt es wohl wie Sand am Meer und immer wieder tauchen neue Köder und Modellvarianten im Handel auf. Doch es gibt so viele “ältere” Köder die immer wieder mit Ihrer Fangausbeute herausstechen und immer noch zu den absoluten Topködern zählen.

Die Köderführung:

„ Ein Spinner wird ausgeworfen und eingekurbelt!„ So oder ähnlich sieht und hört man es von vielen unserer Angelkollegen. Ist dieses monotone Einkurbeln die einzige Einholtechnik für Spinner? Ist es nicht interessanter, einen Ferrari über die Serpentinen der Dolomiten zu jagen, als mit dem Auto monoton mit 50 km/h durch die Ortschaft zu fahren? Nicht viele werde schon einen solchen Traumwagen über die italienischen Alpen gefahren haben. Man kann es sich aber gut vorstellen. Genauso verhält es sich in etwa mit den Forellen und dem Köder. Ziehen wir unseren Köder in einer geraden Linie, mit gleicher Geschwindigkeit gelangweilt durchs Wasser, wird sicherlich die eine oder andere unvorsichtige und hungrige Forelle den Köder attackieren, aber fangen wir damit gut oder nur durchschnittlich? Fangen wir mit dieser Art von Köder „Führung„ die ganz großen Forellen?

Wir reden hier von richtigen, frei lebenden Salmoniden, die sich tagtäglich ihre Nahrung selber fangen müssen, um nicht nur überleben, sondern auch wachsen und für Nachwuchs sorgen zu können, nicht von verkümmerten Forellen aus einer Teichanlage, die ihr Futter aus einem Automaten direkt ins Maul geschossen bekommen.

Hiermit kann man behaupten, dass wir mit einer „langweiligen„ Köderführung keine guten Fänge erzielen werden. Weder von der Qualität noch von der Quantität her dürfte das Ergebnis einen richtigen Angler zufrieden stellen.

Gute Salmonidenköder sind z.B.:

Spinner wie der Mepps Aglia in Größen 1 – 3 der in vielen Farben erhältlich ist oder auch schlanke Blinker.

Köderführung beim Spinner:

Man sollte ihn nicht direkt über oder an den Unterstand der ausgemachten oder vermuteten Forelle werfen. Wenn die Forelle nicht direkt am Rand des Gewässers steht, sollte man schräg zur Strömung werfen, so dass der Spinner einige Meter schräg hinter ihr ins Wasser fällt. Nun sollte man Fühlung aufnehmen, um durch einen kleinen Ruck das Spinnerblatt zum Rotieren zu bringen. Sofort beginnt man Schnur einzuholen, die Einholgeschwindigkeit sollte man variieren, mal langsamer, mal etwas schneller. Je nach Strömung kann die Einholgeschwindigkeit sehr unterschiedlich sein. Zwischendurch kann man mit der Rute leichte Rucke einbringen. Die Rute mal nach links, mal nach oben, mal nach rechts halten während des Einholens! Durch die Änderung der Rutenhaltung ändert sich auch die Laufrichtung des Köders etwas. Er schlägt quasi leichte Haken, unsere „Serpentinen„. Genau diese Führung will die Forelle sehen. Die Änderungen im Lauf wecken ihren Raubinstinkt und sie schlägt zu.

Kleine Wobbler wie Rapala oder Salmo Hornett in Längen zwischen 3 und 7 cm, auch hier sind alle erdenklichen Farben im Handel

gängige Wobbler

Köderführung bei Wobblern

Der Wobbler in den Minigrößen ist wohl einer der besten Forellenköder überhaupt! Man kann ihn gleichmäßig einholen, ruckartig einholen, mit Pausen, man kann ihn absinken oder auftreiben lassen und und und. Die Liste könnte man noch um viele Punkte erweitern. Wobbler haben nicht nur die Form und Farbgebung eines Fischchens, sondern sollten sich auch so verhalten. Nun kann man den schwimmenden Wobbler einfach auswerfen und wieder einholen. Langweilig, wie schon beim Spinner. Besser lassen wir den Wobbler mit der Strömung an den Platz treiben, an dem wir unseren Fisch vermuten, oder überwerfen den möglichen Standplatz. Nun beginnen wir die Schnur unregelmäßig einzuholen. Wir streuen mit der Rutenspitze immer wieder kleine Rucke ein und lassen ihn durch schnelleren Zug abtauchen, um ihn anschließend an etwas gelockerter Schnur wieder auftreiben zu lassen.

Sollte eine Forelle dem Wobbler nachschwimmen, ihn aber nicht nehmen, kann es hilfreich sein, wenn man das Tempo schlagartig erhöht. Beißt sie dann immer noch nicht, lässt man ihn wieder kurz auftauchen und gibt dann richtig Gas. Hat sie immer noch nicht zugeschnappt, sollte man sie noch einmal anwerfen und spätestens dann den Platz wechseln und es später mit einem anderen Köder noch einmal zu versuchen.

Mit dem sinkenden Wobbler kann man in etwa genauso verfahren, nur steigt er nicht an die Oberfläche, sondern sinkt nach unten, was aber kein Nachteil sein muss. Die meisten Forellen stehen nämlich in Grundnähe, meist hinter einem Stein, der ihnen etwas Strömungsdeckung gibt. Den sinkenden Wobbler kann man an leicht gestrafter Leine, aber mit offenem Schnurfangbügel flussabwärts treiben lassen. Es kommt oft genug vor, dass genau dann ein Biss erfolgt, obwohl keine oder kaum Aktion im Köder steckt.

kleine Köderfischsysteme

Planseesystem

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Drachkovitch System

Köderführung bei diesen Naturködersystemen

Die verschiedensten Führungsarten zu erläutern, würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, weshalb ich mich auf eine kurze Beschreibung beschränke. Es ist sehr situationsbedingt, wie man diese hervorragenden Systeme führt. Je nach Wasserstand, Strömungsdruck, Beißlaune der Fische und Jahreszeit sollte man seine Führung etwas variieren.

Das Drachkovitchsystem wird eher wie ein Wobbler geführt, also gleichmäßig eingeholt mit ein paar eingestreuten Rucken. Bei der Köderführung muss man sehr vorsichtig sein, denn durch die am Bauch montierten Drillinge erhöht sich die Hängergefahr deutlich. Das Planseesystem hingegen, das zum Saiblingsfang entwickelt wurde, wird meist über den Grund oder knapp darüber gezupft.

weitere Erfolgsköder sind diverse Streamer und kleine Jigs. Ein paar Beispiele:

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Köderführung bei Jigs und Streamern

Diese wirft man gegen die Strömung und lässt Sie am oder kurz über dem Grund langsam zu sich her hüpfen wie das lebendes Vorbild, wie Mühlkoppen oder andere Futterfische, in etwa wie einen Gummiköder beim Zanderangeln, nur etwas feiner und gefühlvoller. Bleikopfstreamer zu führen ist Gefühlssache. Diesen Köder führt man ebenfalls wie den Streamer mit der Strömung und zupft ihn zu sich heran. Ebenso kann man ihn gegen die Strömung mit ein paar Pausen zu sich heranzupfen.

Standorte

Im Bach und Fluss:

Oberhalb des Wehres

Hier stehen die Forellen meist direkt vor dem Wehr weil da die Strömung nicht so stark ist. Hier kommt man mit Spinnern oder Köderfischsystemen oft recht schnell zu einem Fangerfolg. Aber auch mit der Trockenfliege kann man hier in den Morgen- oder Abendstunden sehr gute Fangergebnisse erreichen. Auch sollte man den Überlauf des Wehres (auch Mühlschuss genannt ) nie vergessen abzufischen, denn gerade hier lauern auch sehr oft kapitale Salmoniden und auch immer wieder, werden dort auch Hechte gefangen.

Wehrausläufe

Hier stehen die Salmoniden gern im Strömungsschatten um auf angeschwemmte Fliegen, Nymphen und anderes Kleingetier sich direkt ins Maul treiben zu lassen. Aber auch stellen sie sich ab und zu in die Strömung um gezielt auf Nahrungssuche zu gehen. Gute Köder sind außer den Spinnködern hier auch Goldkopfnymphen. Besonders gut beisen die Forellen wenn das Gitter oberhalb des Wehres gereinigt wird und so viel Futter durch das Wehr fliest. Auch das Planseesystem am Grund des Kanals geführt bringt oft eine kapitale Forelle zum Vorschein.

Unterstände

Das können Brücken, überhängende Bäume oder Äste sein die im Wasser liegen. Und je schwerer der Unterstand zugänglich ist umso größer ist die Chance auf eine Kapitale. Als Köder eignen sich hier hervorragend kleine schwimmende Wobbler die man unter die Überhängenden Äste treiben lassen, aber auch eine Trockenfliege kann man hier unter die Äste hintreiben lassen. Und auch der angehende Spinnfischer lernt schnell einen Spinner sehr nahe an den Unterstand zu werfen um so eine der Forellen aus Ihrem Versteck zu locken.

Felsen oder andere Gegenstände die einen Strömungsschatten herstellen

Diese Strömungsschatten werden bei den Fliegenfischern auch Pockets genannt. Es kommt darauf an, den Köder so anzubieten, dass er möglichst natürlich in diesen Bereich gewirbelt wird, wo die Forellen bereits auf ihn warten. Dafür eigenen sich besonders die künstlichen Fliegen (hier eigenschwere Nymphen), kleine Köderfische an Spinnsystemen, oder auch Wobbler, sowie kleine Gummiköder. Andere Naturköder scheiden meistens aus, da sie in solchen Gewässern zu Recht nicht erlaubt sind. Wenn doch, dann kann man bei entsprechend tiefen Pockets auch mit treibenden Posenmontagen zum Erfolg kommen.

Tiefe Gumpen und Löcher

Hier kann man mit allen erlaubten Fangmethoden zum Erfolg kommen. Ob mit dem Köderfischsystem, der schweren Goldkopfnymphe oder dem Spinner die tiefen Stellen der Gumpe durchforstet werden oder mit der Trockenfliege der Bereich des ” Auslaufs ” der Gumpe befischt wird hier kann man überall fangen. Doch das Fischen mit der Trockenfliege ist besonders während der Morgen und Abendstunden und kurz nach einem Regenschauer sehr erfolgreich.

Bevor man sich jedoch dem Hot Spot zu sehr nähert sollte man die Randbereiche auch sehr sorgfältig beobachten den auch hier halten sich sehr oft Salmoniden auf.

Im See

Das Spinnfischen im See bedeutet nicht zwangsläufig das angeln vom Ufer aus. Vom Boot aus lassen sich auch Stellen erreichen an die an Uferangler nie erreicht

Hier stechen besonders Einläufe von Bächen, Buchten im See und Stellen wo sich die Abbruchkante zu tieferen Gewässerschichten in Wurfweite befinden ins Auge. Das alles sind Stellen, wo sich Futterfische im Frühjahr einfinden, wenn sich das Wasser wieder langsam erwärmt. Besonders im Frühjahr nach dem Laichgeschäft, wenn die Temperaturen langsam steigen und das Wasser auch in Ufernähe noch kalt und damit Sauerstoffreich ist, folgen inhen unsere Zielfische und sind damit auch vom Ufer aus zu erbeuten.

Im Sommer dagegen ziehen sich die Forellen und Saiblinge in die Tiefen der Seen zurück und lassen sich hier vom Ufer aus nicht mehr überlisten. Lediglich in den ganz frühen Morgenstunden und späten Abendstunden kommen sie in Ufernähe um Köderfische zu jagen, aber die Fangaussichten sind zu dieser Jahreszeit beim Schleppfischen in den Tiefenregionen einfach erfolgversprechender.

Im Herbst dagegen kurz vor der Schonzeit im Oktober, wo das Wetter und Wasser wieder kälter wird und sich die Futterfische in den letzten Sonnenstrahlen wieder aufwärmen, steigen unsere Fangchancen vom Ufer wieder. Aber die beste Fangaussicht herrscht vom Ufer aus eindeutig von März bis April. Optimales Wetter bedeutet dann aber nicht Sonnenschein, sondern bedeckter Himmel und idealer Weise noch Schneefall dazu. Bei dieser Vorraussetzung wurden sehr viele Seeforellen bei uns erbeutet.

Zubehör

Zum notwendigen Zubehör gehören folgende Teile:

Kescher, es braucht nicht unbedingt ein Großfischkescher zu sein, dennoch sollte er auch noch groß genug sein um eine kapitale Forelle sicher keschern zu können. Ein Modell mit Klipp den man am Gürtel einhängen kann hat sich als sehr praktisch erwiesen.

Fischtöter, Für das waidgerechte Versorgen der Fische, die man entnehmen möchte, gehört immer ein ausreichend schwerer und stabiler Fischtöter für die Betäubung zur Pflichtausrüstung. Wer sich das Geld dafür sparen möchte, kann sich einen Fischtöter auch selbst basteln. Hier genügt es, einen ausreichend dicken Besenstiel der ausgemustert wurde, in der gewünschten Länge abzuschneiden.

Zollstock oder Maßband, hier gibt es genügend Preisgünstige Kunststoff und Textilbänder im Bau- oder Angelfachhandel zu erwerben. Maßbänder aus Eisen sind weniger geeignet da sie schnell rosten und dann nicht mehr Einwandfrei funktionieren.

Zange, wird zum Hakenlösen im Fischmaul benötigt, hier eignen sich besonders Arterienklemmen oder sogenannte Multifunktionszangen die meist auch eine Schneidvorrichtung besitzen. Die sind auch dann zum Vorfachkürzen oder ähnlichen zu gebrauchen.

Messer, hier sind aus Sicherheitsüberlegungen Messer mit einklappbarer Klinge oder starre Messer mit Messerscheide die am Gürtel befestigt wird zu bevorzugen.

Spinntaschen oder Spinnwesten, sorgen dafür das diverse Zubehörteile an Ihrem Platz sind und wir sie immer sofort finden ohne nach Ihnen lang suchen zu müssen. Spinnwesten haben den Vorteil, daß man nicht noch zusätzliches Gepäck mit sich “rumschleppen muß und man immer die Hände frei hat.

Gummi- oder Watstiefel, besonders praktisch weil man auch mal zur Landung oder Hängerlösen ein paar Schritte ins feute Element gehen kann. Aber auch bei feuchtem Gras liefern z.B. Gummistiefel einen nicht zu unterschätzenden Dienst ab, den feuchte Füße sind auf den Dauer sehr unangenehm und besonders im Winter ein nicht zu unterschätzendes Risiko.

Schlusswort und Fangfotos

Das Spinnfischen ist nicht ohne Grund eine der beliebtesten und erfolgreichsten Angelmethoden Weltweit. Selten wird eine kurzweiligere Angelmethode finden. Die ganze Zeit voller Anspannung auf den nächsten Biss zu hoffen und das bei jeden Wurf, wo findet man das schon. Auch das aktive suchen nach dem Fisch übt den zusätzlichen Reiz dieser Angelmethode aus, dazu kommt noch das sich das Gewässer und die Umgebung alle paar gewanderten Meter ändert.

Viel Spaß auf der Suche nach dem nächsten Fisch beim Spinnangeln.

Und jetzt noch ein paar Fangfotos:

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